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Sassnitz und Umgebung, Rügen

Binz Kurhaus, Skizze
Binz Kurhaus, Skizze

Meine erste „Amtshandlung“ war wie immer so auch in Sassnitz ein Lieblingscafé zu finden. Ich schlenderte genussvoll durch die Altstadt mit vielen Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften. Zwischendurch ging es immer wieder Treppenstufen hinunter und an prunkvoller Bäderarchitektur von Hotels und Pensionen entlang. Schließlich gelangte ich an die lange Strandpromenade. Und dort fand ich mein Lieblingscafé für diesen Punkt der Reise. "Die kleine Konditorei" liegt direkt am Meer, man sitzt wunderschön unter Bäumen oder direkt in der wärmenden Sonne und blickt auf die meist tosenden Wellen. Ab jetzt gab es dort immer meinen Morgen- und Nachmittagskaffee.

 

Am nächsten Morgen machte ich einen Spaziergang vom Stadtzentrum über die lange und ungewöhnliche Fußgänger-Hängebrücke in den Hafen. Der Stadthafen hat die längste Außenmole Europas. Ich hatte mich für eine Schiffsfahrt an der Kreideküste entlang entschieden. So konnte man sicher die weißen Felsen am besten sehen. Die Fahrt wurde noch zu einem richtigen kleinen Abenteuer, denn der Wind war so stark, dass einige Mitpassagiere seekrank wurden und sich auf die Bänke legen mussten. Ich hatte zum Glück keine Probleme damit, kämpfte aber relativ vergeblich damit bei dem auf und ab über die Wellen und heftigem Wind halbwegs schöne Fotos von den Kreidefelsen zu machen. Es gelang mir nicht und ich kann euch keinen Eindruck von der sehenswerten Küste bieten.

Binz

Binz ist das größte Seebad auf Rügen mit einem 5 km langen Sandstrand. Aber leider war es für ein Sonnenbad einfach noch zu windig und zu kalt. Auf der Reise lernte ich viel über den eisigen Ostwind, von dem ich vorher noch nichts gehört hatte. Er begleitete mich die ganze Ostsee entlang. Der Ort an sich bietet eine interessante Mischung aus Jugendstil, Klassizismus und Neobarock in der Bäderarchitektur. Mit dem „Rasenden Roland“, einer historischen Schmalspurbahn kann man verschiedene Routen erkunden: mehrmals täglich geht es zum Jagdschloss Granitz oder zum Naturerbe Prora.

Baumwipfelpfad Prora

Der Baumwipfelpfad auf der Naturerbefläche Prora wurde zu einer echten Mutprobe für mich. Als ich beschloss, mir das anzusehen, hatte ich nicht bedacht, dass ich Höhenangst habe. Ich freute mich auf einen Naturpark und einen ausgedehnten Spaziergang durch viel Grün. Aber schon am Eingang sah ich einen riesigen Holzturm (da muss ich ja nicht rauf…) und merkwürdige Gestelle auf Holzbeinen. Bald wurde mir klar: der gesamte Baumwipfelpfad führt auf Holzgestellen in Wipfelhöhe durch den Wald. Wie der Name Baumwipfelpfad schon sagt… Was hatte ich nur gedacht?

Da ich mich stark genug fühlte und Lust auf eine Herausforderung hatte, tastete ich mich an die Aufgabe heran. Der Weg bot eine ganz neue Sicht auf Bäume und Wald. Es war wunderschön zwischen den grünen Baumkronen zu spazieren. Man muss ja nicht nach unten schauen. Sogar auf den 40 Meter hohen „Adlerhorst“ traute ich mich Stück für Stück bis ganz oben. Von dort kann man über Rügen und auf die Ostsee blicken. Herrlich! Auf dem Rückweg war ich so beschwingt und motiviert, dass ich mich sogar auf Balancierbalken über den Abgrund traute und mich in luftiger Höhe über Wackelelemente hangelte. Zur Entspannung konnte man zwischendurch allerhand über Bäume, ihre Wasserversorgung, verschieden Vogelarten und ihre Nester lernen.

Stubbenkammer, Wanderung zum Königsstuhl

Meine Empfehlung

Baumwipfelpfad Prora, https://www.baumwipfelpfade.de/nezr/

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL, https://www.koenigsstuhl.com/

Die Kleine Konditorei, https://www.baeckerei-peters.de/

 

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